Interview mit Christina Hochhausen – Geschäftsführerin Greenbop e.K.

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Christina Hochhausen - GreenbopIm neusten Interview unterhielten wir uns mit der Geschäftsführerin von Greenbop e.K. Christina Hochhausen.

Interview-heute.de: Frau Hochhausen, durch Ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin von www.greenbop.de, eines Onlineshops für Pflanzen & Gartenprodukte, bewegen Sie sich in einem sehr traditionellen und mittelständisch geprägten Markt – der Gartenbranche. Wie sind Sie dazu gekommen, mit einer Technologie-basierten Firma in eine doch eher handwerklich und stationär geprägte Branche einzutreten?

Christina Hochhausen: Wir haben uns als Start-Up Unternehmen die Gartenbranche bewusst ausgesucht haben. Deutschland ist international eines der bedeutendsten Länder in dieser Branche. In Deutschland werden jährlich rund 18 Mrd. EUR Umsatz mit Gartenprodukten erwirtschaftet. Der Deutsche liebt seinen Garten und gibt dafür viel Geld aus. Im Vergleich zur Modebranche, wo heute auf den Online-Kanal schon fast 25% des Gesamtumsatzes fallen, hinkt die Gartenbranche mit ca. 3% Umsatz im Online-Geschäft stark hinterher. Hier haben wir eine große Chance gesehen, uns als Online-Pure-Player, mit frischen Ideen, gegen die etablierten Player in der Gartenbranche, die Baumärkte und Gartencenter, durchzusetzen und früh zu positionieren.

Interview-heute.de: Und welche wichtigen Themen bewegt denn die die Gartenbranche momentan?

Christina Hochhausen: Die stationären Marktführer, also die Baumärkte und Gartencenter beschäftigen sich momentan stark mit dem Thema Multi-Channel, d.h. wie sie den Einstieg in die digitalen Kanäle hinbekommen. Das ist angesichts ihrer stark lokalen Strukturen eine echte Herausforderung. Von der Konsumentenseite her ist die Branche prinzipiell sehr stabil und Krisenfest. Das Einzige was den Konsumenten abhält Gartenprodukte zu kaufen, ist das Wetter. So musste die Branche letztes Frühjahr, das sehr kalt und verregnet war, doch große Umsatz-Einbußen hinnehmen. Prinzipiell kann man allerdings sagen, dass der Deutsche auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten überdurchschnittlich viel Geld für seinen Garten ausgibt. Trotzdem gilt es für den Handel, den Konsumenten immer wieder mit neuen Themen zu begeistern. Dies schafft die Branche einerseits über Innovationen in den Kategorien Gartenmöbel und Garten-Accessoires sehr gut. Die Wachstums-Kategorie schlecht weg seit Jahren ist jedoch die Kategorie ‚Grillen und Essen im Garten‘. Innovationen werden hier stark über die Hersteller und nicht die Händler geliefert.
Auch zum Thema Nachhaltigkeit macht sich die Gartenbranche aktuell Gedanken. Man würde meinen, dass Pflanzen im Allgemeinen ein nachhaltiges Produkt darstellen. Leider werden aber beim Anbau von Pflanzen oftmals umweltschädliche Dünger bzw. Insektenpestizide eingesetzt. Und der Flugzeug-Import von Schnittblumen aus Kenia entspricht auch nicht gerade dem Trend, lokale Produkte zu kaufen. Aber da tut sich was und es werden vermehrt nun auch Bio-Erden, Bio-Dünger und Bio-Pflanzen produziert und angeboten.
Zum Schluss möchte ich noch den Urban-Gardening Trend erwähnen. In diesem Rahmen zeichnet sich ab, dass eine jüngere, städtische Zielgruppe, oft nur mit Kleingarten oder Balkon, vermehrt für das Thema Pflanzen und Begrünung und den eigenen Gemüseanbau interessiert.

Interview-heute.de: Was steckt hinter dem Begriff Urban Gardening? Und ist das nur ein kurzfristiger Trend, oder zeichnet sich hier ein langfristiges Umdenken der Konsumenten ab?

Christina Hochhausen: Viele Menschen, vor allem in den Großstädten, sind durch die Rahmenparameter unserer Gesellschaft zunehmend gestresst. Die fortschreitende Globalisierung und ein modernes ‚Nomadentum‘ führt bei vielen Menschen, besonders in Städten, zur Entfremdung und Entwurzelung. Über die Zeit erzeugt dies im Menschen wieder zunehmend den Wunsch nach Verlangsamung, Entschleunigung und Vereinfachung des Lebens. Die Suche nach den eigenen Wurzeln und der Bezug zur Heimat gewinnen wieder an Bedeutung. Der Konsument sucht in der Folge wieder vermehrt den Bezug zur Natur, zu Pflanzen und schönen Lebensräumen. Aktivitäten wie gärtnern und die Umsorge von Pflanzen wirken entspannend, vermitteln ein ‚zu Hause’ Gefühl und stehen im Zeichen der Nachhaltigkeit. Zudem bietet der Bezug zur Natur einen Gegentrend zur fortschreitenden Digitalisierung. Dabei legt der Städter zunehmend mehr Wert darauf, nicht nur fertige Pflanzen zu kaufen, sondern diese auch selber anzubauen und dem Wachstum und Gedeihen der Pflanzen zuzuschauen und daran teil zu haben. Das Urban Gardening wird auch von Architekten und Städtebauern aufgenommen, die zunehmend nach innovativen grünen Konzepten für Städte suchen. Begrünte Dächer und Hauswände, neue Flächen für Kleingärten in Städten und Naherholungsgebiete, spielen dabei eine wichtige Rolle. Da unsere Städte auch zukünftig wachsen und sich auch der Fortschritt und die digitale Weiterentwicklung weiter beschleunigen, denke ich, dass der Urban Gardening Trend eine wichtige Gegenbewegung zu diesen Tendenzen setzt und daher auch zukünftig eine wichtige Rolle im Stadtleben spielen wird.

Interview-heute.de: Wie nehmen Sie das Thema Urban Gardening in Ihrem Angebot bei Greenbop.de auf?

Christina Hochhausen: Wir haben es uns als Ziel gesetzt, mit unserem Angebot im Online Shop Kunden für das Thema Pflanzen und Garten neu zu begeistern. Wir interpretieren das Thema Garten insofern neu, als dass wir sehr innovative, hochwertige und im stationären Handel nur schwer zu beziehbare Produkte anbieten. Eins unserer Differenzierungsmerkmale ist unser tolles Angebot im Bereich Wandbegrünung. Mit modernen und umweltfreundlichen Modulsystemen können Sie zu Hause und im Büro, Wände mit Pflanzen begrünen. Mit Pflanzenwänden verbessern Sie die Luft in Innenräumen und erzeugen ein fröhliches, lebendiges Ambiente. Der Vorteil von begrünten Wänden ist, das man auch in sehr kleinen Räumen, platzsparend noch mehr Pflanzen in den Wohnräumen unterbringen kann, wenn auf dem Boden z.B. kein Platz mehr für Blumentöpfe besteht. Städtische, junge Leute suchen zudem im Allgemeinen nach modernen und stylischen Produkten. Bei diesen Attributen denkt man nicht gerade an Blumentöpfe, oder? Wir bieten allerdings eine ganze Reihe von tollen, modernen Pflanzgefäßen, mit denen man Pflanzen so richtig Szene setzten kann und die wie Design-Objekte wirken. Von selbstbewässernden Kräutertöpfen, hin zu hängenden Zimmergärten, Pflanztaschen aus recyceltem Plastik und Blumenkästen mit Beton-Optik. Mit solchen Produkten können wir Konsumenten für das Thema Pflanzen ganz neu begeistern. Ähnlich, wie Jamie Oliver das für das Thema Kochen hinbekommen hat. Und darum geht es uns: Neue Leidenschaft für Pflanzen und für das Gärtnern zu entwickeln und unsere Welt dadurch noch ein Stück grüner zu machen.

Interview-heute.de: Haben Sie abschließen noch ein paar nützliche Tipps für unsere Leser, mit welchen Accessoires man im kommenden Jahr seinen Balkon & Terrasse verschönern kann?

Christina Hochhausen: Aber natürlich! Mein Tipp ist: Machen Sie Ihren Balkon bzw. Ihre Terrasse zu einer Verlängerung Ihres Wohnzimmers. Benutzen Sie schöne Textilien, wie z.B. modische Kissen und Tischdecken, Outdoor-Teppiche (z.B. aus Schweden und Indien). Machen Sie abends Stimmung mit Gartenfackeln, beleuchteten Pflanzkübeln und Kerzen. Bauen Sie eigene Kräuter auf dem Balkon an. Laden Sie auch Tiere in Ihren Garten und auf den Balkon ein, indem Sie hübsche Vogelhäuser oder Insektenhotels aufstellen. Begrünen Sie Ihre Wände mit modischen Spalieren für Kletterpflanzen, oder Modulsystemen für vertikale Gärten. Mein persönliches Lieblings-Accessoire sind Buddha-Statuen. Die strahlen Ruhe aus und inspirieren mich dazu, mich draußen zu entspannen und den Alltags-Stress hinter mir zu lassen.

Interview-heute.de: Vielen Dank Frau Hochhausen für die interessanten Einblicke.