Interview mit Marco Ripanti – Gründer von Spreadly

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Marco Ripanti – Gründer von SpreadlySpreadly ist eines der wenigen deutschen Startups, das mit Social Sharing und Social Data arbeitet und die Idee dazu geboren hatte. Die Idee kam nämlich von ekaabo-Gründer und Geschäftsführer Marco Ripanti, der früh erkannte, dass mit dem Teilen Geld verdient und verteilt werden kann. Daher wollte Interview-heute von Marco Ripanti, genau wissen, was man mit Spreadly eigentlich alles machen kann.

Interview-heute: Wie kamen Sie darauf Social Sharing zum Business zu machen?

Marco Ripanti: Als das Social Sharing in Deutschland beliebt wurde, war schnell klar, dass es kein Hype sein würde. Internetnutzer teilen fleißig und selbstverständlich alle ihre Webfundstücke und wünschen sich viele Empfänger für ihre geteilten Daten. Also entwarfen wir den Spreadly-Button, der nicht nur nach Facebook, sondern zusätzlich auch nach LinkedIn, Twitter, Xing, Tumblr und flatr teilt. Die Reichweite haben wir so vergrößert und ein Geschäftsmodell für die Werbung und eine Einnahmequelle für Seitenbetreiber angeknüpft werden konnte.

Interview-heute: Aber nervt denn Werbung im Internet nicht?

Marco Ripanti: Doch. Banner und Co. stören die Internetnutzer fast immer. Deshalb haben wir eine völlig neue Werbeform entwickelt, die beim Teilen zu sehen ist. Hier gibt es zwei Varianten. Die eine Werbung erscheint neben dem Teilenfenster und die andere erscheint direkt nach dem Vorgang des Teilens. Diese Werbung nervt nicht, da sie genau in dem Moment erscheint, in dem der Nutzer gerade nicht arbeitet, sondern einen Inhalt teilt und offen für Werbebotschaften sein könnte.

Interview-heute: Wie schaffen Sie es, dass die Nutzer auch Werbebotschaften teilen?

Marco Ripanti: Wir arbeiten mit simplen aber wissenschaftlich bewiesenen Anreizmodellen. Die Nutzer werden motiviert, indem sie für das Teilen einer Werbebotschaft ein Dankeschön wie beispielsweise einen geldwerten, exklusiven Gutschein bekommen.

Interview-heute: Bitte erklären Sie, wie die Seitenbetreiber an diesem Werbemodell beteiligt werden.

Marco Ripanti: Seitenbetreiber, die den Spreadly-Button auf ihrer Seite kostenlos nutzen und deren Besucher mit diesem Button Inhalte teilen, können auch über ihre Seite Werbung mit dem Spreadly-Button transportieren und werden hierfür entlohnt. Jeden Monat ist im Statistikbereich zu sehen wie viele erfolgreiche Werbebotschaften in der Zielgruppe ankamen.

Interview-heute: Was erfahren Spreadly-Nutzer über ihre Zielgruppen?

Marco Ripanti: Zunächst erfahren sie in welchen Netzwerken (es ist nicht zwingend immer nur Facebook) die eigene Zielgruppe sich überhaupt aufhält. Es ist in den Statistiken klar zu erkennen, wo die Resonanz am größten ist. Hier bietet sich an, dass Seitenbetreiber zusätzlich qualitative Auswertungen durchführen. Wir können nur das auswerten, was die Nutzer frei gegeben haben [die Informationen reichen von demografischen Daten bis Likes] und natürlich wie erfolgreich ein Inhalt ist. Wird er einmal geteilt oder sogar erneut mehrmals geteilt und bringt er neue Besucher.

Interview-heute: Wieso haben Sie sich an das verpönte Thema Daten gewagt.

Marco Ripanti: Daten sind wichtig. Jeder sieht sie, jeder nutzt sie aber keiner will darüber offen sprechen. Wir versuchen mit Spreadly zu zeigen, dass wir datenrechtskonform gut mit Social Data arbeiten können und dass jede Marketing-Abteilung dies auch tun sollte. Einige unterliegen noch dem Herdentrieb und „machen einfach was mit Facebook“ weil es alle so machen: Die werden auch noch aufwachen und aufhören ihre Daten an Facebook zu verschenken anstatt die Sache mit den Social Media und Social Data endlich selbst in die Hand zu nehmen.