Interview mit Sven Meisezahl – Schiedsrichter-Lehrwart im Main-Taunus-Kreis

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Sven Meisezahl ist der Lehrwart für Schiedsrichter im Main-Taunus-Kreis. Bei interview-heute.de verriet Sven Meisezahl, wie er dazu kam und wie er die aktuelle Situation bei den Schiedsrichtern sieht.

Interview-heute: Seit wann bist Du Schiedsrichter und wie bist Du dazu gekommen?

Sven Meisezahl: Ich bin Schiedsrichter seit Februar 2005 und konnte und kann bis heute nicht wirklich mit dem Ball umgehen. Ich saß nur auf der Reservebank (Fortuna Höchst). Da mir aber Fußball an sich sehr gefallen hatte, bin ich auf die Schiedsrichterseite gewechselt. Ich bin damals aus eigenem Willen auf den Verein zugegangen und fragte, ob ich Schiri werden kann und wie das funktionieren würde.

Interview-heute: Schiedsrichter werden in Deutschland immer weniger. Woran liegt das?

Sven Meisezahl: In Deutschland wird die Zahl der Schiedsrichter immer weniger, da das mediale Interesse in Form von Playstation und ähnlichem immer größer wird. Die Jugend ist teilweise einfach nur gemütlich geworden. Ein anderer Grund ist aber auch, das die verbalen Anfeindungen, schon im Jugendbereich, immer mehr und schlimmer werden. Es kommt leider nicht nur von den Spielern, sondern vermehrt von Trainern und leider auch von übermotivierten Eltern, die die jungen Schiedsrichter schon im D- oder gar schon im E-Juniorenbereich teils unter der Gürtellinie beleidigen. Wenn man als 14-Jähriger neuer Schiedsrichter derart mit Emotionen konfrontiert wird, benötigt man natürlich ein dickes Fell, was man aber in dem Alter eher selten besitzt.

Interview-heute: Und wie ist der Main-Taunus-Kreis aufgestellt?

Sven Meisezahl: Wir im Main-Taunus-Kreis haben ca. 160 aktive Schiedsrichter, jeder mehr ist uns natürlich willkommen, der nächste Neulingslehrgang ist für Mai geplant.

Interview-heute: Wie könnte man Neulinge motivieren, Schiedsrichter zu werden?

Sven Meisezahl: Wir im Main-Taunus-Kreis versuchen jedem Neuling am Anfang einen Paten zu stellen. Das sind in der Regel erfahrene Schiedsrichter, die sich ehrenamtlich die Zeit nehmen und bei den ersten Spielleitungen mit Rat zur Seite stehen, um anschließend Tipps geben zu können. Meine Erfahrung zeigt das gerade am Anfang viele aufhören, wenn sie aber die ersten 10-20 Spiele gepfiffen haben, merken sie erst richtig, wie viel Spaß es bereitet. Wir versuchen auch immer für Fragen und Sorgen offen zu sein, so kann sich jeder beim Vorstand oder Freundeskreis melden, wenn er Hilfe benötigt. Es geht bei der Schiedsrichterei ja primär um den Spaß, man lernt neue Leute kennen und kommt auch viel herum. Man ist in einer großen Gemeinschaft und findet neue Freunde, die dasselbe Hobby teilen, spielt zusammen Fußball oder fährt auch auf Turniere durch ganz Deutschland. Der Main-Taunus-Kreis richtet ja auch die inoffizielle Deutsche Meisterschaft der Schiedsrichter im Jahr 2013 aus, sie findet am 15.06.2013 in Sulzbach statt. Hierzu kommen Schiedsrichter aus ganz Deutschland, um Fußball zu spielen.

Interview-heute: Danke Sven für Dein Interview!