Interview mit Till Förster – Geschäftsführer der LmD Lastminute-Dealz GmbH

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till förster LmD Lastminute Dealz GmbH

Im neusten Interview unterhielten wir uns mit dem Geschäftsführer der LmD Lastminute-Dealz GmbH, Till Förster.

Interview-heute: Hallo Herr Förster, ein “Dealz” im Markennamen hört sich nicht gerade nach einem neuen und spannenden Geschäftsmodell an…

Till Förster: …weswegen ja auch noch ein “Lastminute” davor steht. Bei uns finden User kurzfristige Angebote in ihrer Nähe bis maximal zwei Tage im voraus – und das branchenübergreifend.

Interview-heute: Was aber im Vergleich zu Groupon & Co. auch kein riesiger Unterschied ist?

Till Förster: Der Schlüssel zum Erfolg ist die Dienstleisterperspektive. Die alles entscheidende Frage im Vertrieb lautet: “Wieso sollen Dienstleister Rabatt geben?” Die Argumente klassischer Couponing- und Deal-Anbieter waren “Neukunden”, “Bekanntheit” und “Werbung”. Dieser vermeintliche Mehrwert hat sich rückblickend in vielen Fällen nicht als nachhaltig erwiesen. Die Schnäppchenjäger schneiten einmal vorbei und kamen nie wieder – und das dann auch noch zur Prime-Time… Welcher Dienstleister denkt da noch “Der Kunde ist König”?

Interview-heute: Gut, aber auch bei Lastminute-Dealz geben die Dienstleister Rabatte – oder nicht?

Till Förster: Ja, aber sie erhalten einen ganz anderen Mehrwert! Wir versprechen niemandem Neukunden im großen Stil. Bei uns bieten Dienstleister kurzfristig Kapazitäten an, die andernfalls komplett verfallen: Umsatz, in Zeiten, in denen sie andernfalls, kaum Umsatz machen! Kunden, immer genau dann, wenn sie Kunden benötigen!

Interview-heute: Waren diese Gedanken ausschlaggebend, um Lastminute-Dealz ins Leben zu rufen oder spielten noch andere wichtige Faktoren mit rein?

Till Förster: Bereits seit Jahren, lange vor Groupon, DailyDeal und Co., vertrat ich die Auffassung, dass Fixpreise im Dienstleistungssektor nicht der wirtschaftlichen Logik von Angebot und Nachfrage entsprechen. Andere Branchen und Unternehmen haben es vorgemacht: Hotels, Fluglinien, die Bahn. Durch einen flexiblen und permanent Nachfrage abhängig optimierten Preis – dessen Höhe inzwischen von intelligenten Algorithmen berechnet wird – wird die Auslastung optimiert. Vorhandene Ressourcen bestmöglich zu nutzen – das nenne ich nachhaltiges Wirtschaften! Im niedrigpreisigen Dienstleistungssektor war bislang schlichtweg der kurzfristige Vertrieb freier Kapazitäten viel zu aufwendig, um diesen Gedanken zu übertragen. Als mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones mit mobilem Internet die Technologie bereit stand und sich auch das mobile Konsumerverhalten entsprechend entwickelte, stand für mich Ende 2012 fest: Auf geht’s Lastminute-Dealz. Die Zeit ist reif.

Interview-heute: Wie reif ist die Zeit wirklich? Bestätigen Ihre bisherige Erfahrungen Ihre Prognose von vor gut einem Jahr?

Till Förster: Ein klares “Ja” im Vertrieb. Jeder Dienstleister versteht den Mehrwert, freie Kapazitäten kurzfristig nutzen zu können, um zumindest die aktuellen Fixkosten zu decken. Aktuell sind wir nur in Berlin aktiv und haben dort rund 100 registrierte Dienstleister, die selbstständig Angebote einstellen. Die Herausforderung ist jetzt das lokalisierte Matching von Angebot und Nachfrage in Echtzeit. Sprich: Wenn heute um 10 Uhr ein Friseur in Kreuzberg für eine Stunde zu wenige Kunden hat, muss es genau dann in der Nähe jemanden geben, der gerade einen günstigen Haarschnitt sucht. Um mit dieser Idee 2014 richtig durch zu starten, benötigen wir natürlich noch viel mehr User. Um an die ranzukommen, suchen wir noch einen zu uns passenden Investor.

Interview-heute: Danke, Herr Förster, dass Sie uns zu dem Interview zur Verfügung gestanden haben.